Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche, Note: 2,0, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Veranstaltung: Veranstaltung: Einführung in die politische Theorie und Ideengeschichte, 9 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In Bezug auf weltweite Demokratisierungsprozesse scheint die westliche, insbesondere die amerikanische, Sichtweise von der Vorstellung geprägt, Demokratien nach unserem Vorbild ließen sich jederzeit und überall etablieren. Dieser modernisierungstheoretische Ansatz läßt jedoch außer Acht, daß für die erfolgreiche Konsolidierung einer Demokratie bestimmte sozioökonomische Bedingungen erfüllt sein müssen, wie die Entstehung einer Mittelschicht und Ausformung einer Zivilgesellschaft, sowie daß die Institutionalisierung administrativer und politischer Strukturen und Prozesse vorausgesetzt wird. Nicht berücksichtigt werden ferner die historischen und kulturellen Grundlagen der jeweiligen Länder, durch die die Etablierung einer westlichen Demokratie verhindert wird. So fußt die amerikanische Demokratietradition auf dem Lockeschen Verständnis des Gesellschaftsvertrags, in dem der Staat von Individuen gebildet wird, die ihn wiederum nur mit minimalen Machtbefugnissen ausstatten. Der südostasiatischen Sichtweise ist im Gegensatz dazu ein kommunitaristischer Ansatz inhärent, der die Verantwortlichkeit gegenüber der Familie und der Gesellschaft betont, die dem Recht des Individuums übergeordnet ist. Zusammen mit dem Respekt vor Autoritäten, dem Glauben an starke familiäre Bindungen und der Ablehnung des Wohlfahrtsstaates machen diese Unterschiede die vielzitierten ‚Asian values’ aus. Von asiatischen Staatsführern in Abgrenzung zu den Werten und Vorstellungen der westlichen Welt bemüht und bisweilen instrumentalisiert, stellt sich allerdings die Frage nach der Glaubwürdigkeit eines einen, den gesamten asiatischen Raum umfassenden Wertekodexes. Jürgen Rüland warnt vor einer Überbetonung der ‚Asian values’, die er als eine „ideologische Mehrzweckwaffe“ der Eliten beurteilt. Schlußendlich kann auch die kulturrelativistische Sichtweise nur begrenzt Erklärungen soziokultureller Erscheinungen und Werte liefern. Welchen Weg nimmt vor diesem Hintergrund also die Demokratie in Südostasien und welche Formen bilden sich aus? Ist die westliche Demokratie überhaupt ein realistisches Modell für die Länder dieser Region? Die vorliegende Arbeit betrachtet von dieser Fragestellung ausgehend zwei völlig unterschiedlich ausgeprägte südostasiatische Länder, Burma und Singapur, die jedoch eine Gemeinsamkeit haben: Es handelt sich um multi-ethnische Staaten, die von jeweils einer Ethnie dominiert werden.

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